HN-St: Atom-Erörterung nach drei Tagen zu Ende
Heilbronner Stimme, 09.11.01
> Atom-Erörterung nach drei Tagen zu Ende
20 Stunden lang brachten Einwender in Horkheim Argumente gegen Castor-
Tunnel des Neckarwestheimer GKN vor
Von Joachim Rüeck
Nach drei Tagen ging gestern Nachmittag der Erörterungstermin zum
geplanten atomaren Zwischenlager auf dem Gelände des Neckarwestheimer
Kernkraftwerks zu Ende. Knapp 20 Stunden lang nahm das Bundesamt für
Strahlenschutz (BfS) in der Heilbronn-Horkheimer Stauwehrhalle Einwände
entgegen.
Knapp 50 Atomlager-Gegner - Privatleute sowie Vertreter von
Organisationen und Kommunen - brachten zwischen Dienstag, 10 Uhr, und
Donnerstag, 15.30 Uhr, ihre Argumente gegen den Tunnelbau des
Gemeinschaftskernkraftwerks Neckar (GKN) vor. Proteste vor der Halle
hatte es nur am Dienstagmorgen gegeben. BfS-Pressesprecher Volker Schäfer
sprach von einer "sehr sachlichen Erörterung".
Am letzten Tag der Veranstaltung war die - der Ansicht von Einwendern
nach mangelnde - Vorsorge gegen absichtliche Flugzeugabstürze eines der
Themen. Verhandlungsleiter Bruno Thomauske kündigte an, dass die
Problematik in die Prüfung mit einbezogen werde.
Alexander Spinczyk-Rauch legte als Vertreter des Bundesumweltministeriums
dar, dass Betreiber bei Vorfällen (etwa Anschlägen), die unter der
Schwelle eines Krieges liegen, Schadensvorsorge betreiben müssten.
Zwischenlager-Gegner zweifelten während der dreitägigen Erörterung zudem
an der Dichtheit der Behälter bei großer Hitze, an der Eignung der
Geologie unter dem GKN-Gelände sowie - nach den jüngsten Vorfällen - an
der Zuverlässigkeit der Betreiberin EnBW.
Das Wortlautprotokoll vom Erörterungstermin wird in den kommenden Monaten
erstellt. Laut BfS-Sprecher Schäfer haben alle 3488 Einwender das Recht,
das Schriftstück beim Ministerium anzufordern.
Nach der Einschätzung Schäfers wird die Prüfung der Einwände und der GKN-
Unterlagen mindestens ein Jahr dauern. Gegen den Bescheid des BfS sind
alle Einwender klageberechtigt.
09.11.2001