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BietZ: Für "sauberen" Strom ausgesprochen



Bietigheimer Zeitung, 12.12.01

> Für "sauberen" Strom ausgesprochen 

BESIGHEIM (bz). Mit den Sicherheitsmängeln in deutschen 
Atomkraftwerken hat sich jüngst das Besigheimer Bündnis Mensch und 
Umwelt (BMU) beschäftigt. 

Das unlängst von den Neckarwerken Stuttgart veröffentlichte 
Umfrageergebnis, wonach nur 0,1 Prozent der privaten Haushalte bereit 
seien, den "Öko-Strom" der NWS zu kaufen, belege lediglich ein 
bewusstes Verhalten der Verbraucher. Denn wer ökologisch erzeugten 
Strom beziehen wolle, kaufe diesen nicht von den angestammten 
Energieversorgungsunternehmen. Diese würden sich nur eine zusätzliche 
Einnahmemöglichkeit erschließen wollen, ansonsten aber weiterhin auf 
Atom- und Kohlestrom setzten - so Dr. Anneliese Dutschke in der BMU-
Sitzung. 

Es gebe in Besigheim immer mehr Haushalte, die ihren Strom von 
alternativen Anbietern beziehen würden. So hätten viele BMU-Mitglieder 
bereits seit längerer Zeit ihren persönlichen Stromwechsel vollzogen 
und damit durchweg gute Erfahrungen gemacht, ergänzte Sabine Weiler. 

Ein beliebter Lieferant seien die Elektrizitätswerke Schönau (EWS), 
das einzige Energieversorgungsunternehmen in Bürgerhand. Die Schönauer 
förderten aus ihrem Mehrertrag private Solaranlagen und 
Blockheizkraftwerke wie beispielsweise die Fotovoltaikanlage auf der 
Friedrich-Schelling-Schule in Besigheim. Sie lieferten ausschließlich 
Strom aus erneuerbaren Energiequellen und Blockheizkraftwerken. 

Unwesentlich teurer Helmut Fischer hat sich mit seiner Familie für die 
Naturstrom AG Düsseldorf entschieden, die von den Umwelt- und 
Naturschutzverbänden BUND und NABU gegründet wurde. Er wies darauf 
hin, dass die Naturstrom AG "sauberen" Strom liefere, der 
ausschließlich durch unabhängige Betreiber von Fotovoltaik-, Biomasse-
, Wasserkraft- und Windkraftanlagen produziert werde. 

Dabei würden nur Neuanlagen unter Vertrag genommen. Das Angebot richte 
sich konsequent daran aus, dass die herkömmliche Stromerzeugung nach 
und nach durch erneuerbare Energien ersetzt wird. "Ich habe nun die 
Garantie, dass exakt die Strommenge, die meine Familie verbraucht, aus 
regenerativen Energien erzeugt wurde und für uns ins Netz eingespeist 
wird", sagte Fischer. 

Des weiteren sei auch das von der Umweltschutzorganisation Greenpeace 
gegründete Unternehmen Greenpeace "energy" zu empfehlen, dessen 
Ökostrom sich in etwa aus den gleichen Quellen wie den von den EWS 
bevorzugten zusammen setze. Alle drei Firmen würden sich einer 
strengen Zertifizierung unterwerfen, die regelmäßig von namhaften 
Umwelt- und Verbraucherschutzverbänden überprüft werde. 

Von allen "Stromwechslern" war übereinstimmend zu hören, dass der 
Umstieg unkompliziert verlaufen sei. Neben der Kündigung des Vertrages 
beim herkömmlichen Stromlieferer sei lediglich ein Antragsformular 
beim neuen Anbieter auszufüllen gewesen. Der Ökostrom sei nur 
unwesentlich teurer, als der bisher bezogene. 

Die Angehörigen des Besigheimer BMU bieten allen Bürgerinnen und 
Bürgern, die ihren persönlichen Atomausstieg vollziehen wollen, an, 
ihre Erfahrungen weiter zu geben.