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AKW-Laufzeitverlängerungen
Auch EnBW
setzt offensichtlich auf Laufzeitverlängerung
Entgegen
jeder Vernunft forcieren Politik und Energiekonzerne nachwievor
den Ausbau von Atomkraft. International durch den Neubau von AKWs,
national durch die Forderung von noch längeren Laufzeiten.
Dieser Politik tritt eine Veranstaltungsreihe in der Region um das
AKW Neckarwestheim entgegen. Die Forderung lautet, jetzt endlich
umzusteigen auf eine menschenfreundliche, umweltverträgliche
und zukunftsfähige Art der Energienerzeugung!
Am 26. April
2006 jährt sich die Reaktor-Katastrophe von Tschernobyl zum
20sten Mal. Tschernobyl steht für die Erkenntnis, dass die
Atomenergie nicht beherrschbar ist. Die Nutzung der Atomenergie
ist mit erheblichen, nicht verantwortbaren Risiken verbunden.
Während die Folgen dieses GAUs immer mehr in Vergessenheit
geraten und von Pro-Atom-Lobbys wie der IAEO bewusst manipulierend
kleingeredet werden, wird national und international der Ausbau
der Atomkraft forciert. Auf internationaler Ebene geht es jetzt
der Atomindustrie darum, AKW-Neubau-Projekte durchzusetzen. Ein
Prototyp vom Typ EPR ist im finnischen Olkiluoto bereits im Bau,
in Frankreich ist das Genehmigungsverfahren für den AKW-Neubau
in Flamanville bereits fast abgeschlossen. Auch diese neue AKWs
bergen ein nicht vertretbares Gefährdungspotential für
die Zukunft.

Grüsse aus
dem Atomkonzern EnBW:
"Wir versprechen: Unsere Energie holt den Titel Umweltmeister."
Auch national
wird der überfällige Umstieg auf eine zukunftsfähige
Energieversorgung blockiert. Unter dem Deckmantel der sogenannten
Versorgungssicherheit und des Klimaschutz wird aktuell
die Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke verhandelt
dies, wo doch schon der rot-grüne Atomausstieg
in Wahrheit kein Atomausstieg ist.
Offensichtlich
wird innerhalb dieser Legislaturperiode kein AKW in Deutschland
abgeschaltet werden. In einer Zusatzvereinbarung zum Atomkonsens
am 14 Juni 2000 wurde dem Betreiber der zwei AKWs in Biblis zugestanden,
auf den Einbau einer störfallsicheren Notstandswarte zu verzichten,
da das Ende der Bauzeit zeitgleich mit dem Ende der Restlaufzeit
der beiden AKWs sei. RWE hat jetzt trotz dieser Vereinbarung den
Antrag auf Laufzeitverlängerung angekündigt.
EnBW hat immer
betont, sich an die im Atomkonsens getroffenen Vereinbarungen
zu halten. Demnach müsste GKN I im Dezember 2008 abgeschaltet
werden. Offensichtlich plant EnBW jedoch den Weiterbetrieb. Für
GKN I steht bis zum 31.12.2007 die sogenannte periodische Sicherheitsüberprüfung
nach § 19 AtG an, die alle 10 Jahre fällig ist. EnBW kann
nach einer Zusatzvereinbarung im Atomkonsens diese Frist
bis zu drei Jahre überschreiten, wenn das AKW vereinbarungsgemäß
abgeschaltet wird. So könnte sich EnBW die Millionen Euro für
diese Sicherheitsüberprüfung und die umfangreichen Investitionen
in deren Folge sparen. Offensichtlich geht die EnBW jedoch davon
aus, für GKN 1 eine Laufzeitverlängerung durchzusetzen.
In der Antwort auf eine Landtagsanfrage bestätigte die Umweltministerin
Gönner am 13.3., dass EnBW der ihrer Behörde signalisiert
hat, bis zum 31.12. diese Sicherheitsüberprüfung vorzulegen.
Beim "Energiegipfel"
in Berlin am 3. April wurden weitere Weichen gestellt. Im Ergebnis
sind die Interessen der vier großen Energiekonzerne gefördert
worden. Dies durch milliardenschwere Zusagen beim Bau neuer Kohlekraftwerke
oder Entlastungen beim CO2-Emissionshandel.
Diese Kraftwerke
haben eine besonders schlechte CO2 Bilanz. Aber auch Atomkraftwerke
arbeiten, ungeachtet ihrer Risiken, bei weitem nicht klimaneutral,
wenn in der Bilanz die gesamte Brennstoffkette berücksichtigt
wird. Grundsätzliches Merkmal dieser zentralen Großanlagen
ist ihre Ineffizienz d.h. ein Wirkungsgrad von ca. 30%.
Gerade jetzt,
am 20. Jahrestag der Katastrophe von Tschernobyl, gilt es, endlich
die Weichen zu stellen, für eine zukunftsfähige Art der
Energieerzeugung. Das heißt weg von Großkraftwerken
hin zu einer hocheffizienten, dezentralen und regenerativen
Energieproduktion. Neben der Förderung dieser Formen der Energieherzeugung
müssen gleichzeitig endlich die unglaublichen Energiesparpotentiale
erschlossen und umgesetzt werden. Durch Energiesparen könnte
ein Viertel des gesamten gegenwärtigen Strombedarfs gespart
werden.
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