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HN-St: Nebelgranaten und Stinkbomben



Heilbronner Stimme, 24.02.04 (Faschingsausgabe)

> Nebelgranaten und Stinkbomben
> Von Dick Tragauf

Das Atomkraftwerk in Neckarwestheim hat erfolgreich die ersten 
Nebelgranaten getestet, um Terroristen zu desorientieren, die sich mit 
entführten Flugzeugen auf den Reaktor stürzen wollen. Die Wirkung war 
wirklich verblüffend. Selbst die Mitarbeiter des Kernkraftwerks fanden 
ihre Arbeitsplätze nicht mehr. Der Reaktor musste deshalb kurz 
abgeschaltet werden, was nur mühsam gelang, weil keiner den Aus-Knopf 
fand. Das GKN versicherte, dass zu keinem Zeitpunkt der Übung eine Gefahr 
für die Bevölkerung bestanden hatte.

Gleichzeitig übten die Sicherheitskräfte auch den Einsatz von 
handelsüblichen Stinkbomben aus dem Scherzartikel-Laden. Der üble Geruch 
soll die Terroristen abschrecken. Die Wirkung war aber nicht ganz so 
durchschlagend. Zwar nebelten die Stinkbomben den Atommeiler ebenfalls 
mit einem bestialischen Muff ein. Allerdings glauben die Experten, dass 
das für die Terroristen-Verirrung eher kontraproduktiv sei. Ein 
Sicherheitsfachmann: "Wir wollen den Terroristen doch nicht erst mit dem 
Nebel die Sicht nehmen, um sie dann mit der Nase auf das Ziel zu 
stupfen."

Die Atomkraft-Betreiber unternahmen auch den Versuch, das Kernkraftwerk 
blitzartig vor Terroristen-Flugzeugen zu tarnen. Der Reaktor sollte in 
Windeseile als Moschee umdekoriert werden, wobei der Kühlturm das 
Minarett sein sollte, von dem GKN-Manager Wolfgang Heni wie ein Muezzin 
herunterschreit. Doch erste Tests ergaben, dass die Stimme Henis leider 
nicht weit genug trägt. Im Gespräch war auch, mehrere potenzielle Ziele 
zu bauen, um die Terroristen vom richtigen GKN abzulenken. Dazu sollten 
aufblasbare Atomkraftwerke an 50 Standorten im Landkreis Heilbronn bereit 
gestellt werden, die im Falle eines Falles von der Feuerwehr aufgepumpt 
werden. Doch das GKN verwarf diese Idee. Warum, weiß keiner.

Den ursprünglichen Abwehr-Plan, die Terroristen-Flugzeuge mit Konfetti 
und Luftschlangen zu bewerfen und zu bekämpfen, gab der Stromkonzern auch 
auf. Der örtliche Karnevalsverein wehrte sich und verhinderte so den 
"Missbrauch unseres Hobbys". Im Übrigen könne man sich nicht darauf 
verlassen, hieß es in einer Pressenotiz, dass der Terrorist in der 
fünften Jahreszeit angreift. Außerhalb der närrischen Saison gebe es 
keine Kapazität im GKN, derart große Mengen Konfetti zu lagern. " Wir 
können nicht schon wieder ein Zwischenlager bauen", hieß es aus 
informierten GKN-Kreisen.

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24.02.2004