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Der
Supergau
Die
Tage danach
Der offene Reaktorkern brennt noch zehn Tage weiter und
spuckt wie ein Vulkan laufend die tödliche Strahlung
aus. Am Tag danach bis zum 5. Mai werden mit über 180
Hubschrauberflügen etwa 5000 Tonnen Sand und Blei auf
den brennenden Reaktor geworfen. Auch diese Besatzungen
der Helikopter sind ohne Schutz in ihrem "heldenhaften"
Einsatz.
Tschernobyl
war der größte atomare Kraftwerkskomplex in der
Sowjetunion. 4 Atomkraftwerke in Betrieb, zwei weitere im
Bau. In der nur 4 Kilometer enfernten Stadt Pripjat, die
extra für AKW-Mitarbeiter gegründet worden war,
wohnen 40.000 Menschen. Am 27.4.86 ist Sonntag und der erste
schöne Frühlingstag, den alle im Freien genießen.
Keine Warnung an die Bevölkerung über den Reaktorunfall,
der offiziell immer noch geleugnet wird. Erst am Nachmittag
beginnt die Evakuierung von Pribjat mit der Aufforderung,
dass die Stadt für "einige Tage" verlassen
werden muss. Bis zum 5. Mai werden in der 30km-Zone um den
Reaktor 135.000 Menschen evakuiert.
Erst
am 28.4. meldet um 21 Uhr die sowjetische Nachrichtenagentur
TASS, dass es in Tschernobyl einen Unfall gegeben hat, bei
dem "Menschen zu Schaden gekommen sind."
Erst
am 29.4. kommt zum ersten mal in den deutschen Fernsehnachrichten
die Meldung vom Gau in Tschernobyl. Innenminister Zimmermann
beteuert, dass es keine Gefahr für die Bevölkerung
in Deutschland durch den Supergau gibt. Das Märchen
von den sicheren deutschen Atomkraftwerken wird erfunden.
Was
tun...
Die Atomindustrie steht nach Tschernobyl mit dem Rücken
zur Wand. Zur besseren Verbreitung ihrer Lügen wird
der "Arbeitskreis Kernenergie" gegründet.
Der betreibt fortan mit millionenschweren Kampagnen Öffentlichkeitsarbeit.
Die Energiekonzerne bestechen verstärkt Lokal- und
Bundespolitiker mit "Beraterverträgen" und
kostenlosen Reisen. Als Folge der neuen Politik der Energieversorgungsunternehmen
nach Tschernobyl sitzen heute viele Bürgermeister,
Landräte und Kommunalpoltiker in extra gegründeten
sogenannten Beiräten der Energiekonzerne und erhalten
dort jährlich mehrere tausend Euro "Entschädigung"
fürs nichtstun. Andere Herren der Politik sitzen gleich
im Aufsichtsrat.
Im
Jahr 1987 kommt es im hessischen Atomkraftwerk Biblis fast
zum Supergau. Trotz Protesten beginnt 1986 der Bau des letzten
deutschen AKW´s: Neckarwestheim II. Infolge der breiten
Anti-AKW-Proteste wird die bereits im Bau befindliche "Wiederaufbereitungsanlage"
in Wackersdorf verhindert und 1987 der offizielle Baustopp
verkündet. Der Bau eines neuen Atomkraftwerkes ist
in Deutschland für alle Zeiten unmöglich.
... bis die Dinosaurier nach 20 Jahren im Jahr 2006 eine
Renaissance wittern!
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